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Mitteldeutsche Zeitung (2/3. Oktober 2007)

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Orchester aus Korea glänzt in Halle
Reihe „Klassisches Erbe“
Von Ewa Burzawa-Wessel

Halle/MZ. In der Reihe Klassisches Erbe gastierte m Sonntag im K & K das Korean Chamber Orchestra. Das Sonderkonzert stand unter dem Motto „Korean Konnektion“ und eröffnete einen Austausch mit dem Händelfestspielorchester, das im März in Korea spielen wird. Das von Min Kim geleitete Orchester aus Seoul, das nach zahlreichen Welttourneen internationales Ansehen genießt, präsentierte ein breit gefächertes Programm, in dem sein gestalterisches Potenzial zur Geltung kam.

Schostakowitschs Frühwerk „Zwei Stücke für Streichoktett“ (hier in chorischer Aufführung) zeigte bereits die künstlerische Vielseitigkeit der Interpreten: Während das spätromantisch anmutende Präludium melancholisches Pathos ausstrahlte, bestach das Scherzo durch kraftvolles, den avantgardistischen Charakter des Stücks betonendes, bissig aggressives Musizieren.

Eine hervorragende Kostprobe seines künstlerischen Potenzials lieferte der Klangkörper mit der Wiedergabe des Werkes für Streicher „Tapis“ von Isang Yun, in dem die Synthese der europäischen und asiatischen Musiktraditionen exemplarisch zum Tragen kommt. Die aus Einzeltönen entstehenden Klangfäden und –flächen verschmelzen zu einer Art Teppich (Tapis) mit betörenden melodischen Verläufen und einem Geflecht der Klänge, die zuletzt zur symphonischen Verdichtung gelangen.

Die kongeniale Aufführung dieses Werks, bedingt durch den sensiblen, differenzierten Ungang mit Yuns Welt der Klänge und das aufmerksame, präzise Zusammenspiel, wurde zum Höhepunkt des Konzerts. Das vierte Violinkonzert von Mozart, interpretiert von der jungen, mehrfach ausgezeichneten Solistin Suyoen Kim, und Beethovens drittes Streichquartett („Razumowsky-quartett“) erklangen als „klassischer“ Teil des Programms. Die im positiven Sinne wohltemperierte Aufführung der beiden Werke stand ebenfalls im Zeichen des kultivierten, homogenen und souveränen Musizierens.

Das Orchester dankte fuer den Applaus mit zwei Zugaben, von denen besonders der koreanische „Palasttanz“ dem Publikum noch ein fulminantes Kabinettstück bescherte.

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